Handball - Archiv

Als Aufsteiger nun Tabellenfünfter

28.11.2011 01:00

Der Heimsieg wurde von den LHV-Handballern und dem begeisterten Publikum gefeiert.
Der Heimsieg wurde von den LHV-Handballern und dem begeisterten Publikum gefeiert.

Normalerweise altert man übers Jahr gesehen immer schön gleichmäßig und nicht nur am Geburtstag. Aber wenn man Trainer des LHV ist, wird man bei jedem Heimspiel ein ganzes Stück älter.“ Matthias Allonge trat im Trainergespräch mit einem großen Schuss Humor ans Mikrofon. „Zu meinem Ehrentag hatte ich mir eigentlich einen klareren Sieg gewünscht. Und was sagen meine Jungs nach dem Spiel zu mir: «War das deutlich genug? Wir haben doppelt so hoch gewonnen, wie in den letzten Spielen.»“

In Dresden und gegen Hermsdorf hatten die Lausitzer bekanntlich den Siegtreffer erst jeweils in den Schlusssekunden erzielt. Gegen den robust auftretenden SV Oebisfelde gewannen sie nun mit 24:22. Zu viele Fehlwürfe, technische Fehler und Ballverluste verhinderten ein höheres Ergebnis.

Oebisfeldes Trainer Thomas Meinel begegnete dem offensiven Angriffsspiel (2 Kreisläufer) der Hausherren, indem er die linke Halbposition des LHV durch Manndeckung aus dem Spiel nehmen ließ. Diese Maßnahme zeigte auch Wirkung. Nur zweimal gelang es den Hausherren, von dieser Seite das Runde im Eckigen zu versenken. Dagegen erzielten sie mit neun Treffern mehr als ein Drittel aller Tore von der rechten Seite.

„Wenn man in der zweiten Halbzeit nur acht Tore wirft, kann man auch nicht gewinnen“, wusste Thomas Meinel, warum die Oebisfelder ihren Pausenvorsprung nicht ins Ziel bringen konnten. „Ich mach das wirklich nicht oft, eher ganz selten, aber Eric Zeithamel hat sich heute ein ganz großes Kompliment verdient. Er war der Garant für den Sieg“, hob Matthias Allonge den Hoyerswerdaer Torhüter aus der Mannschaftsleistung hervor. Der 22-jährige Schlussmann hält seit Wochen in Höchstform und kaufte den Oebisfeldern eine ganze Reihe von Hundertprozentigen ab.

Die Hoyerswerdaer begannen wie die Feuerwehr und überrollten den Gegner in den Anfangsminuten. 3:1 hieß es schon nach nur 130 Sekunden. Doch den Vorsprung souverän zu halten, das gelang nicht. Nach einer Viertelstunde ging Oebisfelde gar erstmalig in Führung. Beide Teams agierten auf Augenhöhe und ließen bei wechselnden Führungen den anderen nie mit mehr als zwei Toren entwischen.

Das 12:14 aus Hoyerswerdaer Sicht zur Pause war zwar etwas ernüchternd, jedoch kein Grund zur Panik. Das körperbetonte Spiel der Sachsen-Anhaltiner sollte noch seinen Tribut fordern, zumal Thomas Meinel seinen Stammsechser nahezu durchspielen ließ.

Der zweite Durchgang begann mit drei schnellen Toren für die Hausherren. Das Spielchen der stetig wechselnden Führungen ging weiter bis zum 21:20 (48.). Wer von da an vor dem „Live-Ticker“ auf der LHV-Internetseite gesessen hat, dürfte wie Matthias Allonge an der Linie oder die Zuschauer auf der Tribüne so manches graue Haar hinzubekommen haben. Acht lange Minuten passierte auf der Anzeigetafel rein gar nichts.

Eric Zeithamel und auch Thomas Drese im Oebisfelder Gehäuse erwiesen sich in dieser Phase als absolute Meister ihres Fachs. Dann gelang den Gästen der 21:21-Ausgleich, die LHVer legten aber wieder vor. Der in der ersten Halbzeit sonderbewachte Tobias Sieber entpuppte sich jetzt als derjenige, der in der Schlussphase die so wichtigen Tore zum positiven Mannschaftsergebnis beisteuern konnte – bis zum 23:22, das in der Schlussminute Bestand hatte.

Ihren letzten Angriff vertändelten die Oebisfelder rund 20 Sekunden vor Schluss leichtfertig, so dass Thomas Meinel eine sofortige offene Manndeckung anordnete. Matthias Allonge wirft die grüne Karte. Wiederanpfiff: Steve Däumel zieht Richtung Kreis und erzwingt einen Strafwurf, den Lukas Baase zum umjubelten 24:22-Endstand verwandelt. Durch diesen Erfolg klettert der Aufsteiger aus der Lausitz in der Tabelle auf Rang fünf hoch! (MM)

Der LHV spielte mit: Zeithamel, Reißky - Baase (6/2), Devantier (4), Sieber (3), Canbek (3/1), Böhme (2), Kalweit (2), Däumel (1), Eckert (1), Schütz (1), Schäfer (1), Pollack


LHV triumphiert beim HC Elbflorenz mit 25:24

31.10.2011 18:08

Weit mehr als 150 Anhänger des LHV begleiteten die Handballer am Sonntag zu ihrem „Heimspiel in fremder Halle“. Die Lausitzer hatten die Margon-Arena Dresden nicht nur stimmungsmäßig im Griff, sie waren auch personell in der Überzahl. Dieses Meisterschaftsspiel wird als eines der „denkwürdigen“ in die Chronik des LHV eingehen…
Die Gäste, von Beginn an hellwach, erwischten die Elbflorenzer mit ihrer offensiven Deckung auf dem vollkommen falschen Fuß. Mit der 4-2-Variante des Aufsteigers konnten die Dresdner zunächst überhaupt nichts anfangen. Der LHV nutzte dies gnadenlos aus und zog nach fünf Minuten mit 5:1 davon. In den letzten Spielen immer einem zeitigen Rückstand hinterherlaufend, legten die Männer von Trainer Matthias Allonge diesmal einen regelrechten Blitzstart hin. Auffällig schon zu diesem Zeitpunkt die große Laufbereitschaft und der Einsatzwille aller Spieler.

Es war aber nicht verwunderlich, dass der Favorit recht schnell ins Spiel zurück fand. Spielerisch war die LHV-Mannschaft den Dresdenern mindestens ebenbürtig, allein der erfolgreiche Abschluss blieb ihnen bis in die 20. Minute versagt. Ab da klingelte es wieder im Dresdner Gehäuse. Mit großem „Kämpferherz“ spielte der LHV mit dem Favoriten auf Augenhöhe, sodass sich bis zur Pausensirene (12:11) keine Mannschaft mit mehr als einem Tor abzusetzen vermochte.

Bis zum 17:16 (42.) ging das Spiel ausgeglichen weiter. Danach schien es so, dass das Glücks-Pendel doch zugunsten der Dresdner ausschlagen würde. Binnen 150 Sekunden setzten sich die Hausherren durch drei weitere Treffer auf 20:16 ab. Zudem schickten die souveränen aber kleinlichen Schiedsrichter erst Roy Kalweit, etwas später auch Ringo Schäfer auf die Strafbank. Mit zwei Mann für deutlich mehr als eine Minute in Unterzahl, bei vier Toren Rückstand – war das die Entscheidung?

Der LHV legte eine Siegermentalität hin, als ginge es gerade um die deutsche Meisterschaft. Tor um Tor wurde der Rückstand kleiner. Das Dresdener Spiel reduzierte sich jetzt vermehrt auf Einzelaktionen. Der LHV spielte sich in einen Rausch, die Dresdener wurden zunehmend nervöser. Der frisch ins Spiel gekommene Benjamin Reißky stand der sensationellen Leistung Eric Zeithamels in nichts nach und vernagelte das LHV-Tor. Die grün-weiße Margon-Arena kochte über, als erst Ringo Schäfer zum 21:21 (53.) ausglich, und anschließend Tobias Sieber und Ronny Eckert die Lausitzer wieder in Vorhand brachten (21:23/55.). 59:00 zeigte die Spieluhr, da drehte Alexander Canbek einen Strafwurf zum wohl entscheidenden 23:25 am linken Pfosten vorbei. Im Gegenzug dezimiert Spielmacher Roy Kalweit die Gäste noch einmal durch eine Zeitstrafe. Die Dresdener spielen die Uhr jetzt runter und erzwangen einen Strafwurf zwölf Sekunden vor Schluss. Während der Dresdener Lars Lumpe glücklich traf, stand Matthias Allonge schon mit der grünen Karte in der Hand neben dem Kampfgericht. Auszeit und noch acht Sekunden zu spielen. Wie weiter? Ball halten und Punkt sichern oder Risiko? Ein letzter Spielzug und ausgerechnet Alexander Canbek, der Sekunden zuvor noch mit einem Strafwurf scheiterte, stieg aus dem Rückraum hoch… Wie in Trance verfolgten die Zuschauer den Flug des Balles, der es irgendwie auch hinter die Linie schaffte. Alle Blicke wanderten schlagartig zur Hallenuhr. Dort leuchtete zweimal eine 59 auf. Der Schiedsrichter hob den Arm und pfiff zweimal auf seiner Pfeife. Der Treffer zum 24:25 zählte! Tribüne und LHV-Mannschaft drehten durch vor Freude; dagegen Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Dresdner. Der Aufsteiger hat mit seinem Sieg beim Meisterfavoriten für ein kleines Erdbeben in der Liga gesorgt ...

LHV: Eric Zeithamel, Benjamin Reißky - Alexander Canbek (5/1), Roy Kalweit (4), Ronny Eckert (3), Ringo Schäfer (3), Tobias Sieber (3), Lukas Baase (2), Robert Devantier (2), Conni Böhme (1), Andreas Schütz (1), Steve Däumel (1/1), Nico Pollack


Erste Heimniederlage der Saison

24.10.2011 01:00

An Motivation und Ehrgeiz fehlte es den LHV-Handballern um Trainer Matthias Allonge im Heimspiel gegen die HSG Freiberg nicht.
An Motivation und Ehrgeiz fehlte es den LHV-Handballern um Trainer Matthias Allonge im Heimspiel gegen die HSG Freiberg nicht.

LHV-Trainer Matthias Allonge rätselte, warum seine Jungs wie schon gegen Radis und Köthen einem in der Anfangsphase eingefangenen Rückstand hinterherlaufen mussten. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu viele Chancen nicht genutzt. Freiberg ist da berechtigt weggezogen und auch verdient mit einer Führung in die Pause gegangen. Meine Jungs setzen sich zu sehr selbst unter Druck, wollen es vor unserem eigenen Publikum besonders gut machen.“ Letztlich ist aber nur „das Normale eingetreten“. Der LHV hat als Aufsteiger auf seinem Weg zum angestrebten Klassenerhalt in der Mitteldeutschen Oberliga gegen einen „Podestler“ der Vorsaison verloren.

Den LHV-Fehlwürfen setzten die Bergstädter ganz platzierte Würfe aus dem Rückraum entgegen. Spielmacher Martin Kovar war mit seiner Erfahrung der Mann der Anfangsviertelstunde. Wenn er nicht gerade selbst abzog, brachte er seine Nebenleute, allen voran Maximilian Schulz, in beste Wurfpositionen.

Nach ausgeglichenem Beginn (2:2/7.) verpassten die Gäste den Hausherren binnen zehn Minuten einen richtigen Rucksack (3:9/17.). Siebenmal klingelte es im Kasten von Benjamin Reißky, dagegen nur einmal in dem von Johannes Marek. LHV-Spielmacher Roy Kalweit erzielte in dieser Phase in seinem 100. Spiel sein 300. Tor.

Dieser große Rückstand zu dieser frühen Zeit war natürlich eine große Hypothek. Dennoch kämpften die Lausitzer sich wieder ins Spiel zurück und kamen jetzt auch vermehrt zu Treffern. Die HSG stellte ihr Spiel um und suchte nun ihr Glück über die Außenpositionen, wo Kapitän Uwe Lange dreimal verwandelte. An der durchschnittlichen 5/6-Tore-Differenz änderte sich bis zur Sirene zunächst wenig, auch wenn die HSG in der 25. Minute per Strafwurf einmal auf acht Tore (7:15) davonziehen konnte. Mit 11:16 ging es in die Kabinen.

Der LHV knickte nach dem Seitenwechsel nicht ein und zog das Spiel an sich. Fünf eigene Treffer, nur unterbrochen durch eine Einzelaktion von Martin Kovar, und der Rückstand schmolz zusammen. Ein 16:19 ist nach 38 Minuten noch lange nicht spielentscheidend. Umso ärgerlicher ist es, dass die LHV-Männer diesen Schwung nicht weiter nutzen konnten und nach dem 17:20 (42.) erneut auf sieben Tore zurückfielen. Je zweimal Martin Kovar und Uwe Lange – und es stand 17:24. Eine Vorentscheidung?

Der LHV, nun sehr offensiv deckend, zwang die Freiberger zu Fehlern im Aufbauspiel, nutzte dies auch gnadenlos aus (22:25), wurde aber schließlich in seinem Schwung ausgebremst. Nach einer Auszeit zog der HSG-Spielertrainer seinen letzten Trumpf, indem er sich selbst einwechselte. Ein Jiri Tancos hat so viel Erfahrung, dass er jede noch so kleine Lücke sieht und seine Nebenleute perfekt ins Spiel bringt. An ihm hat sich das nervös zu werden scheinende Gästeteam aufgerichtet und routiniert den Vorsprung bis zum 24:26-Endstand über die Zeit gebracht. (MM)

Der LHV spielte mit: Zeithamel, Reißky - Eckert (4/2), Baase (3), Canbek (3), Kalweit (3), Schäfer (3), Sieber (3), Böhme (2), Schütz (2), Däumel (1/1), Devantier, Pollack


Bitteres Ende eines Trefferfestivals

17.10.2011 08:54

Es ist zum Verzweifeln: Diese Mimik – in einem früheren Spiel – von Andreas Schütz, der immerhin acht Treffer warf, passt auch bestens zur knappen Niederlage des LHV Hoyerswerda beim LSV Ziegelheim.
Es ist zum Verzweifeln: Diese Mimik – in einem früheren Spiel – von Andreas Schütz, der immerhin acht Treffer warf, passt auch bestens zur knappen Niederlage des LHV Hoyerswerda beim LSV Ziegelheim.

Niederlagen können wehtun. Erst recht, wenn man in des Gegners Halle selbst 36 Mal ins Tor trifft. So geschehen am Sonnabend, als die Oberliga-Handballer des LHV Hoyerswerda in einem dramatischen Spiel in Ziegelheim mit 36:37 den Kürzeren zogen. Stand in den Schlussphasen der Begegnungen daheim gegen Radis und Köthen das Glück des Tüchtigen noch auf Seiten des LHV, so schlug es sich diesmal auf die Seite der Thüringer.

Was bleibt, ist eine bittere Niederlage, die vielleicht nicht hätte sein müssen. Wenn man sich in der 57. Spielminute beim Stand von 35:35 eine doppelte Zeitstrafe einhandelt, ist es naturgemäß mehr als schwer, mit nur vier Mann einen von der Heimkulisse gepuschten 6-0 Abwehrriegel der Ziegelheimer zu knacken.

Bis dahin hatten die LHV-Mannen sehr viel richtig gemacht. Ihr Offensivspiel gestalteten sie sehr variabel. Torgefahr strahlten sie von allen Positionen aus. Das taktische Mittel der schnellen Mitte nutzten sie konsequent aus. So dauerte es mehrfach nur wenige Sekunden, bis ein Treffer der Hausherren mit einem eigenen Tor beantwortet wurde. In der Defensive hatten sie die beiden Außenpositionen und den Kreisläufer der Ziegelheimer nahezu aus dem Spiel genommen. Nur mit dem bekannt wurfgewaltigen Rückraum der Ziegelheimer kamen sie überhaupt nicht klar.

12-mal David Heinig, 9-mal Steffen Moritz, 7-mal André Heinig: Dreiviertel ihrer Treffer erzielten die Thüringer über diese Achse - mal mit Urgewalt, mal mit Raffinesse, aber immer mit großer Präzision. Benjamin Reißky und Eric Zeithamel hatten einen schweren Stand. Vielleicht wäre es rückblickend besser gewesen, den eigenen Torerfolg in 1-1 Situationen gegen Heinig bzw. Moritz zu suchen und damit die Torjäger zu ihrer dritten Zeitstrafe zu zwingen. Beide haben nämlich schon in den ersten 30 Minuten jeweils zweimal auf der Strafbank gebrummt.

Den Lausitzern muss aber ebenfalls eine hohe Effektivität im Abschluss bescheinigt werden. Die Schütz‘ und Sieber’s ballerten den Ziegelheimer Keepern die Bälle nur so um die Ohren. Auch hier griffen deren Trainer ein und tauschten mehrfach ihre Torhüter aus, weil sie einfach zu selten eine Hand an den Ball bekamen. Genutzt hat es indes wenig. In wahrer Hasenjagd-Manier trieben beide Mannschaften die Zahlen auf der Anzeigetafel unermüdlich in die Höhe.

Der Spielverlauf sieht keine Mannschaft groß im Vorteil. Vom 3:3 (6.) bis zum 15:15 (22.) folgte auf jedes Tor immer die entsprechende Antwort des Kontrahenten. Mal war der eine vorn, mal der andere. Das spätere Zwei-Tore-Polster (18:16/25.) der Ziegelheimer drehten die Lausitzer in einen eigenen 20:19 Halbzeitvorsprung - 39 Tore in dreißig Minuten. Der zweite Durchgang glich dem ersten. Tore hüben wie drüben. Auch wenn jetzt meist der LSV mit ein bis zwei Treffern vorn lag, blieben die Lausitzer stets dran. Selbst ein zwischenzeitlicher Drei-Tore-Vorsprung der Thüringer war noch keine Entscheidung. Die Hoyerswerdaer behielten den Kopf oben, glichen binnen 120 Sekunden das 34:31 zum 34:34 (55.) wieder aus.

Mit wechselseitigen Treffern ging es jetzt bis zur Sirene weiter. Der letzte und entscheidende Treffer durch den Ziegelheimer Spielertrainer Steffen Moritz fiel 20 Sekunden vor Schluss. Viel Zeit eigentlich noch für die Lausitzer, jedoch sollte ihnen der 37. Treffer einfach nicht mehr gelingen. Das war bitter. (MM)

LHV Hoyerswerda mit: Zeithamel, Reißky - Schütz (8), Sieber (6), Kalweit (6/5), Canbek (4/1), Devantier (4/1), Däumel (3), Eckert (2), Baase (1), Böhme (1), Schäfer (1), Pollack 


LHV beeindruckt den Spitzenreiter

09.10.2011 20:11

Mit vollem Einsatz: Ronny Eckert (Nr.13)
Mit vollem Einsatz: Ronny Eckert (Nr.13)

Der Aufsteiger aus der Lausitz sorgt in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga weiter für Furore. Angefeuert von den frenetisch mitgehenden Fans und voll besetzten Zuschauerrängen erkämpften die Schützlinge von Matthias Allonge gegen den Tabellenführer HG 85 Köthen einen weiteren Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt. „Dieser Punkt kann vielleicht noch einmal Gold wert sein“, zeigte sich der Trainer nach dem 24:24 „sehr, sehr zufrieden“. Damit hat auch die letzte weiße Weste der Liga ihren ersten Fleck erhalten – es war der erste Punktverlust für den Spitzenreiter.

Für beide Seiten war auch ein Sieg möglich. Während der LHV gerade in den Anfangsminuten mit der eigenen Chancenverwertung haderte, bekamen die Köthener in den Schlussminuten richtiges „Nervenflattern“. So gesehen geht die Punkteteilung absolut in Ordnung.

„Es war das erwartet schwere Spiel. Wir sind froh, in dieser Atmosphäre einen Punkt geholt zu haben. Hier in Hoyerswerda kann man auch verlieren. Ich hoffe, dass hier die anderen Favoriten auch straucheln werden“, äußerte sich HG-Trainer Ralf Stojan. Mit „ärgerlich“ umschreibt der Gästetrainer die Tatsache, letztlich doch nicht gewonnen zu haben. „Der LHV-Torhüter hatte heute einen besseren Tag erwischt als unsere beiden Keeper.“ Damit spielte der Vollbartträger wohl auf die Schlussminuten an, in denen Eric Zeithamel im Hoyerswerdaer Tor nicht nur zwei Strafwürfe parierte, sondern auch noch eine ganze Reihe weiterer Köthener (Groß-)Chancen vereitelte.
„Es ist immer wieder ein Erlebnis, in dieser Halle auf der anderen Seite zu stehen“, wusste LHV-Trainer Matthias Allonge um den Anteil der Hoyerswerdaer Zuschauerwand am Spielausgang. Denn seine LHV-Mannen „sind nicht richtig ins Spiel reingekommen. Zu viele Bälle sind leichtfertig verspielt worden. Und die Chancenverwertung war zu Spielbeginn nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Man hatte das Gefühl, dass Kalweit & Co es einfach zu gut machen wollten und dabei mental verkrampften, der selbst auferlegte Druck zu groß wurde. Ein großes Kompliment zollte der Tainer seiner Mannschaft und hob hervor, „mit welch einer Energieleistung sich die Mannschaft ins Spiel zurückkämpfte“.

Denn der Verlauf der Partie sah die Hausherren von Beginn an in Rückstand liegen. 0:2 (2.), 3:6 (8.) und 4:8 (16.). Da deutete sich schon eine Niederlage an. „Wir müssen immer 100 % geben, um in solchen Spielen auch einen Punkt holen zu können“, umschrieb Matthias Allonge das weitere Auftreten seines Teams sehr trefflich. Kampfkraft, Wille und Teamarbeit waren schon des öfteren Tugenden, die den LHV in ein Spiel zurückkommen ließen. Am Sonnabend kam noch eine weitere zum Tragen, und zwar die Leidenschaft. Die Bereitschaft, auch das Letzte aus sich herauszuholen, um als Mannschaft einen möglichen Erfolg zu erzielen.

Ein Höllenlärm entwickelte sich fortan in der Halle. Der Aufsteiger ließ sich vom Meisterschafts-Mitfavoriten nicht abschütteln und blieb permanent an ihm dran. Der LHV schloss auf, doch Köthen legte nach. So ging es bis in die 55. Minute. Dann war es endlich geschafft. Steve Däumel traf zum 23:23. Erst drei Minuten später brachte Maik Mischek den Tabellenführer noch einmal mit einem Hüftwurf in Front. Doch erneut war es Steve Däumel mit dem postwendenden Ausgleich. Es verblieben noch 90 Sekunden Zeit, Tore sollten aber keine mehr fallen. Obwohl einmal noch der Ball im Netz zappelte. Nur leider hatte die Sirene etwas dagegen, dass der Treffer von Robert Devantier noch Anerkennung hätte finden können. Sie ertönte, noch bevor der Ball die Linie überflog. Das wäre aber auch des Guten zuviel gewesen. Der LHV und die HG haben sich ein rassiges Spiel geliefert, welches keinen Verlierer verdient hat.
Das Selbstbewusstsein scheint momentan riesengroß zu sein, auch Sonnabend in Ziegelheim zu bestehen. Wie sonst ist die letzte Aussage des Trainers zu verstehen: „Andere müssen uns erst mal schlagen.“ Das nennt man wohl eine ganz breite Brust ...

LHV Hoyerswerda: Eric Zeithamel, Benjamin Reißky - Steve Däumel (5), Andreas Schütz (5), Roy Kalweit (4), Tobias Sieber (3), Lukas Baase (2), Ringo Schäfer (2), Alexander Canbek (2/2), Ronny Eckert (1), Conni Böhme, Robert Devantier, Nico Pollack,