von Saskia Schlenstedt
Hoyerswerda/Rom. Noch zwei Wochen, eine Woche, fünf Tage … so ging es in der letzten Zeit am Léon-Foucault-Gymnasium im Lateinkurs der elften Klassen zu, denn wir alle fieberten dem diesjährigen Höhepunkt, der Romfahrt, entgegen. Unsere Lateinlehrerin Birgit Lehmann organisiert alle zwei Jahre für die Lateinkurse der elften und zwölften Klassen diese Studienfahrt.
Am ersten Feriensonntag ging es los. 17 Schüler und vier Lehrer erwartete nun eine 17-stündige Busfahrt in die „ewige Stadt“. Ich hatte mich schon seit dem letzten Schuljahr auf diese Fahrt gefreut, auch wenn wir nicht zum Vergnügen da waren: Die nächsten vier Tage würde uns ein straffes Programm erwarten. Da wir uns auf einer Studienfahrt befanden, hatte jeder von uns in den letzten Unterrichtsstunden einen Vortrag herausarbeiten müssen. Dieser wurde dann in Rom gehalten.
Am Montag erreichten wir endlich unseren Campingplatz. Nachdem wir unseren Bungalow bezogen hatten, ging es sofort weiter in die Innenstadt. Unser erster Punkt war das Kolosseum. Ich kannte es bisher nur von Bildern, denn ich war das erste Mal in Rom und war völlig beeindruckt. Es war riesig. Im Kolosseum wurde auch der erste Schülervortrag gehalten. Nicht nur wir hörten zu, sondern auch andere Touristen. Nachdem wir einiges über die Gladiatorenkämpfe erfahren hatten, ging es weiter zum Forum Romanum, dem antiken Versammlungsplatz der Römer. Hier waren nur noch wenige Gebäude erhalten. An den Anblick von Ruinen würde ich mich bald gewöhnen, denn dies erwartete uns an fast jeder Sehenswürdigkeit. Wir verbrachten den restlichen Tag nur noch mit Laufen und arbeiteten uns weiter zu den Kaiserforen, dem Pantheon, welches damals der Haupttempel für die Götter war und heute eine Kirche ist, über den Trevi-Brunnen und endeten an der Spanischen Treppe. Wir waren alle froh am Ende des Tages zurück im Bungalow zu sein.
Der Dienstag begann mit der Teilung unserer Gruppe. Während der Planung der Fahrt hatten wir uns entscheiden dürfen, ob wir nach Pomeji, einer alten Stadt nahe Neapel, oder Ostia Antica, eine antike Hafenstadt am Rande Roms, wollten. Vier Schüler, darunter ich, hatten sich zum Leidwesen unserer Lateinlehrerin für Ostia entschieden. So musste Frau Lehmann auf Pompeji verzichten, weil wir in Ostia, im Gegensatz zum Rest, Vorträge halten mussten. Meine Freundin Laura und ich hatten uns etwas Besonderes ausgedacht. Wir hatten aus Bettlaken eine Toga gebastelt. Frau Lehmann war begeistert, und auch die restlichen Touristen fanden uns bald interessanter als die alten Gebäude. Leider war das Kostüm unpraktisch zum Laufen, aber nach ungefähr drei Stunden hatten wir es geschafft. Die meiste Zeit verbrachten wir mit dem Suchen nach den Gebäuden zu unserem Vortrag. Während unserer Freizeit aß ich am Trevi-Brunnen das beste Eis der Stadt.
Unter dem Motto „Villen“ stand der Mittwoch. Wir fuhren zuerst zur Hadriansvilla. Eigentlich ist es mehr ein ganzer Komplex, den sich der römische Kaiser Hadrian bauen ließ. Es war wirklich beeindruckend. Doch der Höhepunkt war die Villa d’Este aus dem 15. Jahrhundert. Der Besitzer hatte sich die verschiedensten Springbrunnen in jeglicher Form und Größe bauen lassen. Leider verbrachten wir hier nur eine kurze Zeit, bis wir zu den Sebastianskatakomben fuhren. Hier wurden in der Antike die Toten der Stadt begraben. Auch der Heilige Sebastian wurde dort vermutlich beigesetzt. Die Katakomben waren eng, und es ist nur schwer vorstellbar, dass sich die Römer nicht verlaufen haben, wie es uns unsere Führerin erklärt hatte.
„Das christliche Rom“ schauten wir uns am Donnerstag an. Ich war die einzige Christin in der gesamten Gruppe und katholisch, daher hatte vor allem der Petersdom eine besondere Bedeutung für mich. Nach einer kurzen Sicherheitskontrolle betraten wir den Dom. Ich wurde buchstäblich von der schieren Größe erschlagen. In den Vatikanischen Museen sahen wir schließlich auch die Sixtinische Kapelle. Leider war es aus Urheberrechtsgründen verboten zu fotografieren.
Am Nachmittag ging es wieder zurück nach Hause. Unser Gepäck hatten wir schon am Morgen im Bus verstaut.
Ich kann nur jedem empfehlen die Chance zu nutzen und einmal nach Rom zu fahren, denn diese Stadt ist trotz der vielen Touristen einen Besuch wert.
Mon. 24. Oktober 2011
Mal wieder schick essen gehen? Das Restaurant Westphalenhof im idyllischen Ortsteil Zeißig dürfte da die richtige Adresse sein...