Hilfe zur Zukunftsplanung?

von Saskia Schlenstedt

„Weißt du schon, was du werden willst?“ „Willst du studieren?“ „Was willst du nach dem Abitur tun?“ So oder so ähnlich, jeder Schüler hat diese Fragen schon einmal von Eltern, Verwandten und Bekannten gehört. Leider ist
die Antwort darauf nicht so einfach. Natürlich will jeder Schüler einen guten Beruf und Erfolg haben, und auch das Geld sollte stimmen. Doch was, wie und wo - diese Fragen wollen erst einmal beantwortet werden.Um dabei eine kleine Hilfestellung zu bieten veranstaltete die Schüleragentur zur Beruflichen Frühorientierung (SBF) von Hoyerswerda am Dienstag einen Studieninformationstag im Berufsschulzentrum „Konrad Zuse“. Hier referierten Professoren, Doktoren und Studienberater über allgemeine Themen, wie „Ab in die Welt“ oder „Wie finanziere ich mein Studium?“. Aber auch genaue Studiengänge zum Beispiel der „Bachelor Betriebswirtschaft“ oder ein „Design-Studium“ wurden
vorgestellt.
Das erste Problem lag jedoch schon im Finden des richtigen Vortrages. Bei einer Auswahl von über 30 Vorträgen ist das nicht ganz einfach. Ich entschied mich schließlich sehr spontan für „Abitur – was dann?“ und „Wie finde ich
meinen Traumjob?“. Alle anderen Themen sagten mir nicht sonderlich zu, und zugegebener Maßen waren die Vortragszeiten auch sehr praktisch gelegt – direkt hintereinander, ohne großartige Pause. Beide Vorträge, vor allem „Abitur – was dann?“, waren sehr gut besucht. Alle drei Gymnasien und das BSZ nahmen an dem Informationstag teil. Ich war anfangs noch sehr skeptisch. Wir hatten schon in der Schule mehrere Berufsberatungen gehabt, die jedes Mal damit endeten, dass uns mehr oder weniger offensiv gesagt wurde, wir sollten doch am besten Ingenieure werden. Das
ist aber definitiv nicht mein Traumberuf. 
Margitta Geffers, die Studienberaterin der Fachhochschule Lausitz und der Diplomingenieur Dietmar Rößler von der Hochschule Zittau/Görlitz erklärten in ihren Vorträgen sehr ausführlich die möglichen Wege nach dem Abitur, warum ein
Bafög-Antrag sinnvoll ist sowie die Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule, die genau genommen verschwindend gering sind.
Trotz aller Skepsis fühlte ich mich nach den zwei Vorträgen besser beraten als zuvor. Zwar handelte es sich nur um Allgemeines, doch gerade was hinter den Begriffen Bachelor und Master steht, wird einem in der Berufsberatung nie genau erklärt. Unter einem Diplomingenieur können sich viele etwas vorstellen, aber unter einem Bachelor of Engineering?
Der Bachelor ist der erste berufsbefähigende Hochschulabschluss und ein Master, der weitere Abschluss, ist nicht zwingend notwendig. Was mich vor allem überraschte, war der Fakt, dass der Master nicht im gleichen Studienfach wie der Bachelor abgelegt werden muss, sondern nur zum früheren Studiengang passen sollte.
Jedoch blieb der Verweis auf den Ingenieur, vor allem beim Vortrag „Wie finde ich meinen Traumjob?“ nicht aus. Aber was sollte ich auch von einem Diplomingenieur anderes erwarten?
Ich gebe Herrn Rößler in einem Punkt recht. Wie soll ein Schüler wissen, welcher Traumberuf passt, wenn er nicht genau weiß, was er in dem Beruf zu tun hat. Zwar soll das Praktikum in der 9. Klasse helfen, diese Frage zu klären, doch bis zum Abitur können sich Meinungen noch einmal ändern. Ich fände es sinnvoll, wenn entweder in der 11. Klasse ein weiteres Praktikum stattfände oder aber eine Projektwoche, in der die verschiedensten Berufsgruppen, nicht nur Ingenieure, sondern auch Mediziner, Journalisten oder Juristen, ihre Berufsfelder ausführlich
vorstellen.

Don. 24. November 2011

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