Schulbücherei ist eine gute Alternative zur Stadtbibliothek

von Geraldine Hüther

Während der Sommerferien erfassten die Mitarbeiter, hier Antje Koß und Karin Rößler, tausende von Schulbüchern elektronisch.
Während der Sommerferien erfassten die Mitarbeiter, hier Antje Koß und Karin Rößler, tausende von Schulbüchern elektronisch.

Hoyerswerda. Eigentlich stellt sich schon die Frage, warum die Schüler des Foucault-Gymnasiums überhaupt eine Schulbibliothek brauchen, denn nur 100 Meter weiter befindet sich die Stadtbibliothek mit wohl zehn mal so vielen Medien zum Ausleihen, zu denen auch noch CDs, DVDs, Brettspiele, Playstationspiele, Computerspiele, Konsolenspiele, Blurays, Zeitschriften und mehr gehören. Viel mehr zum Freizeitvertreiben also und eine ganze Menge mehr an Fachbüchern zu so gut wie allen denkbaren Themen. Wenn etwas nicht im Bestand ist, kann es per Fernleihe herangeschafft werden.
Konkurrenzlos also? Nicht ganz. Denn so eine Schulbibo hat in einigen Punkten durchaus ihren ganz eigenen Sinn. Vor 10 Uhr hat die Stadtbibo beispielsweise noch gar nicht geöffnet. Die Schulbibo ist aber, sobald es früh „reinklingelt“, frei verfügbar und gar nicht weit entfernt. Da reicht sogar die ganz kleine Pause, ein Lehrbuch zu besorgen, das man zu Hause vergessen hat. Denn auch wenn es „nur“ 8 000 Bücher sind, die die Schulbibo beherbergt, so sind doch die meisten direkt auf die Schule zugeschnitten: reichlich Nachschlagewerke, wie Wörterbücher, in den Sprachen, die an der Schule unterrichtet werden, und Fachliteratur zu allen lehrplanbezogenen Themen. Zum Eben-mal-Nachschlagen mitten in der Stunde schicken die Lehrer ihre Schüler auch gern mal schnell aus dem Unterricht – das fördert die Selbstständigkeit der Schüler.
Für die Freistunde oder die Zeit nach Schulschluss wartet eine Menge Freizeitlektüre in den Biboregalen auf die Nutzer, und für die eher Lesefaulen gibt es eine umfangreiche Sammlung an Witz- und Cartoon-Büchern.
Für Recherche und Kommunikation bietet die Schulbibo acht Computerplätze mit Internetzugang, auf die die Schüler jederzeit mit ihrem eigenen Benutzernamen und Kennwort zugreifen können. Angemeldet ist man übrigens ganz automatisch in der Schulbibo mit dem Besuch der Schule, und es ist kostenfrei. Wenn man noch in die Schule geht, ist das auch in der Stadtbibo möglich, außer die Internetnutzung.
Aber wenn auch mit Schulbeginn ab 7 Uhr geöffnet ist, schließt die Schulbibo kurz nach Unterrichtsende. Das heißt, Hausaufgaben, die länger dauern, sollte man besser in der Stadtbibo erledigen. Auch in den Ferien ist die Stadtbibo die erste Wahl – denn die Bücherei in der Schule ist dann zu.
Am cleversten ist wohl, wer beide Einrichtungen nutzt und beispielsweise den in der einen Bibo schon ausgeliehenen Titel im anderen Haus sucht – das PC-Recherchesystem ist übrigens in beiden gleich.

Mit. 12. Oktober 2011

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