„Auf dem Prüfstand“


Mathias PriebeUnser Autor

Mathias Priebe ist Marketing- und Medien-Profi,
der sich hier kritisch mit TAGEBLATT-Beiträgen und
der Lokalpolitik auseinandersetzt.

 

08.06.2013 01:00 (Kommentare: 3)

Schluss mit lustig

Ein Aufruf gegen Rechts

Wenn die Familie hineingezogen wird, hört der Spaß auf! Ich schreibe heute noch einmal über die unsägliche Diffamierung von fünf unbescholtenen Musikern aus Hoyerswerda als rechtsradikal. Ich schreibe zum ersten Mal mit einer klaren Aufforderung: Herr Oberbürgermeister Stefan Skora, finden Sie den Schuldigen dieser Fehlentscheidung in ihren kommunalen Unternehmen und sorgen Sie dafür, dass er aus seiner Verantwortung entlassen wird! Wenn Sie es mit dem Wandel in dieser Stadt ernst meinen, sorgen Sie für ein konsequentes Handeln gegen Rechts! Denn wer auch immer dafür gesorgt hat, dass ein offensichtlicher Antinazi-Song aus dem Wettbewerb des Seenlandfestivals genommen wird, muss selbst ein Neonazi sein. Ist Intoleranz und Dummheit nicht exakt die Mischung, die wir hier nicht mehr brauchen? Haben wir ein Naziproblem an der Spitze kommunaler Verantwortung?

„Wir brauchen einen Führer, wir Lämmer einer ganz bestimmten Rasse.“ Das ist die Liedzeile. Ich frage Sie, welcher Nazi würde von sich selbst als kleinem Schaf sprechen? Wie dumm, rechts oder Lamm muss man sein, um das zu übersehen? Meine Kollegen von der Sächsischen Zeitung | Hoyerswerdaer Tageblatt sollten anfangen zu recherchieren, denn es gibt in der Lausitzhalle aufrichtige Mitarbeiter, die bereit sind zu sprechen. Sie sagen mir, dass dort ein Klima der Angst herrscht. Nicht nur dort ist das so, aber das ist heute nicht mein Thema.

Bei der Band „Immerhin“ aus Hoyerswerda hat sich für die Abschiebung in die braune Ecke noch niemand entschuldigt. Die Bandmitglieder haben Familien, arbeiten und wohnen in dieser Region. Zwei von ihnen sind Lehrer, mussten sich aufgrund der Facebook-Diskussion bei ihren Schulleitern und Schülern erklären. Das darf so nicht stehen bleiben. Nicht in dieser Stadt!

Meine Kolumne ist kürzer als sonst. Ich werde nicht wieder schreiben. Die Band „Immerhin“ hat eine angemessene Entschuldigung verdient.

Auf Wiedersehen!

 

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Anonym
das is ja echt der hammer ...
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Anonym
Und bei all dem bleibt die wichtige und spannende Frage, wie die Stadt und Ihre Verantwortlichen (auch in den städtischen Wirtschaftsbetrieben) jemals gegen tatäschliches rechtes Gedankengut vorgehen wollen, wenn schon in diesem Fall jedweder Verstand fehlt und Courage der Verantwortlichen nur ein frommer Wunsch bleibt. Lieber Herr Priebe, hören Sie nicht auf zu schreiben! Decken Sie auf und sprechen Sie an woran diese Stadt krankt.
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Anonym
Lieber Mathias Priebe, ich bin geschockt über diese Entwicklung und mir fehlen echt die Worte. Für mich als Außenstehende hinterläßt das einen Beigeschmack, den ich nicht in Worte fassen kann. All die guten Sachen, die in und um HY geschehen, machen eine solche Entscheidung komplett zu Nichte und wirft alles wieder zurück.
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