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Auf dieser Seite finden Sie regelmäßig die wichtigsten Sportereignisse aus Hoyerswerda und der Region.
11.02.2013 18:25
Spielfrei hatten die Frauen des SC Hoyerswerda am Wochenende in der Sachsenliga – und die kleine Pause in den Winterferien ist mehr als verdient. Als Neuling steht die Mannschaft von Trainerin Kerstin Herzer an der Tabellenspitze. Als einzige Mannschaft ist sie noch ohne Niederlage. Es gibt viele Gründe für diesen Höhenflug. Eine Analyse der Lage:
War die Zielstellung, einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen, untertrieben?
Nein. Trainerin Kerstin Herzer war sich vor dem Saisonstart sicher, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um mehr zu spielen als „nur“ um den Klassenerhalt. Mit dem Spitzenplatz war freilich nicht zu rechnen. Aber schon in der Vorbereitung deutete sich an, dass die Mannschaft, obwohl als Neuling startend, gegen jede Mannschaft mithalten könnte. In Trainingsspielen gegen den SV Koweg Görlitz, den Sachsenliga-Meister und Oberliga-Aufsteiger, gelangen zwei Siege.
Warum spielt das Team so überzeugend auf?
Die Mannschaft ist eingespielt und hat sowohl den Umfang des Trainings als auch die Intensität erhöht. Immer wieder rücken aus der Jugend Spielerinnen in die 1. Mannschaft. Mit Vollendung des 16. Lebensjahres dürfen diese Mädchen bei den Frauen spielen. Ein weiterer Vorteil: Trainerin Kerstin Herzer kennt diese Spielerinnen von Anfang an. Die Mannschaft profitiert von der großen Ausgeglichenheit des Kaders. Sie kann ein hohes Tempo spielen und häufig wechseln, ohne dass ein Leistungsabfall erkennbar ist. Und der Teamgeist stimmt: Um verletzte Spielerinnen wird sich sehr intensiv gekümmert.
Wie geht die Mannschaft mit Krisensituationen um?
Sehr souverän. Krisen gab es nur wenige, und die wurden mit viel Kampfgeist gemeistert. Das Sprichwort „Glück des Tüchtigen“ trifft hier zu. Mehrfach war es sehr eng in dieser Saison. So lag die Mannschaft im Heimspiel gegen die HSG Neudorf-Döbeln zehn Minuten vor dem Schluss mit 15:20 zurück und schaffte mit dem 21:20 kurz vor Schluss die erstmalige Führung und doch noch den Sieg.
Wie hat die Mannschaft den Hallenwechsel verkraftet?
Besser als gedacht. Im Herbst musste in die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums „Konrad Zuse“ (BSZ) ausgewichen werden, weil das Dach der Jahnsporthalle erneuert wurde. Im ungewohnten BSZ, Heimstätte des LHV, spielte der SC vor noch mehr Zuschauern. Das gab einen zusätzlichen Schub. Ohnehin zählt die Heimstärke zu den großen Pluspunkten der Mannschaft. Seit dem 11. September 2010, also seit fast 2,5 Jahren, hat der SC kein Punktheimspiel mehr verloren. Damals unterlag der SC 18:22 dem HC Sachsen Neustadt-Sebnitz II. Ziel ist es, auch künftig verstärkt das BSZ zu nutzen. Zuletzt klappte es nicht, als die SG Pirna-Heidenau einer Verlegung nicht zustimmte.
Wie groß ist die Chance, einen „Durchmarsch“ hinzulegen?
Die Chance ist da. Aber an der Tabellenspitze ist es sehr knapp. Gegen den Zweitplatzierten SC Markranstädt (22:22) und den Dritten SV Plauen-Oberlohsa (28:28) hat der SC die einzigen beiden Punkte abgegeben. Bereits am nächsten Spieltag (Samstag 16 Uhr) geht es nach Plauen. Das Rückspiel gegen Markranstädt wird am 6. April, einem Samstag, stattfinden.
Entscheidend wird sein, wie die Gegner sich im Rückspiel auf die Stärken des SC einstellen. In der Hinrunde profitierten die Hoyerswerdaer auch vom Überraschungseffekt des unbekannten Neulings. Der ist verflogen. Motivierend dürfte sein, dass der SC selbst gegen eine zwei Klassen höhere spielende Mannschaft gut mithalten kann. Drittligist SHV Oschatz tat sich beim 32:25-Pokalsieg in Hoyerswerda lange schwer.
10.12.2012 01:00
Das Normale ist eingetreten. Die Oberliga-Handballer des LHV Hoyerswerda verloren am Sonnabend ihr Heimspiel gegen die HG Köthen mit 24:30 (10:16). In der Tabelle verharren die Lausitzer damit weiter auf dem elften Rang.
„Eine Niederlage gegen den Zweitplatzierten ist zu verkraften.“ Für LHV-Trainer Matthias Allonge waren die Hoyerswerdaer den Gästen nicht so klar unterlegen, wie es das Ergebnis suggerieren möchte. „In der Anfangsphase haben wir das gemacht, was wir können, konzentriert gearbeitet und das Spiel diktiert.“ 5:2 führten die Hausherren, die mit einem erfrischenden „Hurra-Stil“ gestartet sind.
„Aber individuelle Fehler haben uns selbst wieder aus dem Spiel gebracht“, erklärte der Hoyerswerdaer Coach den Grund, warum er schon nach 13 Minuten die grüne Karte dem Kampfgericht zurückgeben musste. Die Köthener hatten sich mit ihrer aggressiven, bisweilen überharten Defensivarbeit bei den Lausitzern Respekt verschafft und das Spiel an sich gerissen. Aus dem 5:2 (8.) wurde ein 5:7 (16.).
Gegen einen übermächtig scheinenden Gegner in Rückstand zu geraten, das hatte das Drehbuch der LHV-Fans zumindest in dieser frühen Phase des Spiels noch nicht vorgesehen. Individuell waren die Köthener aber den Hoyerswerdaern klar überlegen. Vor allem der Litauer Svajunas Kairis stellte seine Qualitäten vornehmlich in 1-gegen-1-Aktionen, unerwarteten Anspielen an den Kreis sowie dem präzisen Torwurf aus dem Rückraum immer wieder zur Schau. Einen Kairis hatten die Hoyerswerdaer nicht in ihren Reihen, obgleich sie sich (besonders Ronny Eckert am Kreis) förmlich zerrissen. Die Gäste zogen ihr gefürchtetes Konterspiel auf und überrannten förmlich den LHV, der gegen die präzisen Torabschlüsse kein Gegenmittel fand. Beim 10:16 Halbzeitstand hatten nur noch die kühnsten Optimisten mit etwas Zählbarem gerechnet.
Die zweiten 30 Minuten versöhnten dann den Hoyerswerdaer Trainer; zumindest über weite Phasen. „Mit den 14 Toren nach dem Seitenwechsel bin ich nicht unzufrieden“, ließ Matthias Allonge wissen. Gästetrainer Ralf Stojan erklärte auch warum: „Wir haben nicht etwa einen Gang zurückgenommen. Hoyerswerda hat hochgeschaltet.“
Die zweite Hälfte zeigte zwei Mannschaften, die über weite Phasen auf Augenhöhe agierten und die letztlich (separat gewertet) 14:14 unentschieden endete. Auf den Gesamtstand übertragen bedeutet dies, dass sich die Favoriten nicht weiter absetzen konnten.
Vielmehr boten die Hoyerswerdaer den Köthenern nicht nur die Stirn, sie knabberten auch zweimal mächtig am Rückstand. Aus minus sechs wurde minus drei (17:20/43. und 20:23/50.). Doch „danach trauen wir uns einfach nicht, so auch weiter zu spielen“, haderte Matthias Allonge und erklärte damit, warum ein in dieser Phase doch noch möglich scheinender Punktgewinn als Wunschtraum zerplatzte.
Beim 20:26 (56.) war der Drops praktisch gelutscht, das Spiel entschieden. Unterm Strich fiel das Endergebnis mit sechs Toren Differenz „aber etwas zu hoch“ aus, merkte Matthias Allonge noch an. Bedenkt man die aktuelle personelle Situation der Lausitzer, so kann man vor der Hoyerswerdaer LHV-Mannschaft nur den Hut ziehen.
LHV Hoyerswerda mit: Zeithamel, Ide - Eckert (7), Däumel (6/1), Baase (3), Devantier (3), Herzer (2), Canbek (1), Pollack (1), Sieber (1), Böhme, Breß, Schäfer